Parodontologie
Zahnfleischerkrankungen
Das Weichgewebe und der Knochen um den Zahn herum werden als Parodontium bezeichnet. Parodontalerkrankungen sind der Hauptgrund, dass jenseits des dreißigsten Lebensjahres Zähne verlorengehen. Und das, obwohl alle Faktoren, die die Parodontalerkrankungen auslösen bekannt und durch Behandlung kontrollierbar sind.

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Eine Erkrankung des Zahnfleisches darf nicht unterschätzt werden. Keime in einer tiefen Zahnfleischtasche können über den Blutweg an andere Stellen des Körpers gelangen und dort Schaden anrichten. Neueste Untersuchungen aus Finnland, den USA und Deutschland haben ergeben, dass das Herzinfarktrisiko sich verdoppelt, das Schlaganfallrisiko sich verdreifacht und das Risiko einer Frühgeburt sich verachtfacht (!), wenn eine Zahnfleischentzündung vorliegt.

Was ist eine Parodontalerkrankung ?

Ein Zahn ist mit seinem Zahnbett im Knochen verankert wie ein Zaunpfahl im Erdreich. Sind mehr als zwei Drittel im Untergrund verankert, ergibt dies einen sicheren Halt. Ist nur ein Drittel verankert, beginnt der Pfahl zu schwanken. Das gleiche gilt für die Zähne.

Bei einer Parodontalerkrankung weist die Umgebung des Zahnes Krankheitszeichen auf.

Die Parodontalerkrankung führt in den meisten Fällen zu einer Knochenauflösung im Bereiche des Zahnbettes. Wenn ein Zahn seinen Halt verliert, beginnen die Beschwerden. Der Zahn ist nicht mehr fest und kann nicht ausreichend belastet werden.

Parodontalerkrankungen werden durch bakteriellen Zahnbelag (Plaque) ausgelöst. Wenn die Plaque nicht vollständig entfernt wird, führt sie zu Entzündungen im Zahnfleisch. Eines der ersten und wichtigsten Symptome einer Zahnfleischerkrankung ist das Auftreten von Blutungen im Mund. Blut im Munde führt zu Mundgeruch und stört das Wohlbefinden. Darüber hinaus zeigt das Auftreten von Blutungen die beginnende Knochenauflösung an, die bereits ein sehr schwerwiegendes Problem bedeutet.

Eine der Hauptursachen dafür, dass viele Menschen Zahnfleischbluten über Jahrzehnte sorglos ertragen, ist die Tatsache, dass sie den Zerstörungsprozess des Zahnbettes im Knochen nicht erkennen können.

Selbst bei genauer Betrachtung kann der Patient meist keine Krankheitsanzeichen in seinem Zahnfleisch und im Kieferknochen entdecken. Das leicht geschwollene und gerötete Zahnfleisch verdeckt den Krankheitsprozess und täuscht dem Patienten eine scheinbare Gesundheit vor.

Nur durch Information und das Verstehen ist es möglich, die Erkrankung zu verhüten.

Wie entsteht eine Parodontalerkrankung?

Bakterieller Zahnbelag zerstört den Kieferknochen und bewirkt den Zahnverlust. Er siedelt sich in der Nische zwischen Zahnfleisch und Zahnhals an. Es entsteht zunächst ein weicher Belag, der - wird er nicht weggeputzt - schon nach kurzer Zeit zu Zahnstein zu erhärten beginnt. An diesem Zahnstein sammelt sich immer mehr Belag an, der sich allmählich immer tiefer unter das Zahnfleisch schiebt

Das Zahnfleisch wird dabei durch die von den Bakterien erzeugten Giftstoffe entzündet. Zahnfleischbluten und Schwellungen treten auf. Die Zahnfleischtaschen vertiefen sich. Tiefe Knochentaschen entstehen. In diesen Knochentaschen können immer mehr Bakterien unter dem Schutz des Zahnfleisches ihre Aktivität entfalten. Ein Teufelskreis beginnt. Erst im weiteren Verlauf der Erkrankung geht das Zahnfleisch zurück, der Zahnhals wird entblößt und der Kieferknochen wird abgebaut. Der Zahn lockert sich. Zu diesem Zeitpunkt ist die Erhaltung der Zähne häufig nur mit Mühe möglich.

Bei weiter fortschreitender Knochenzerstörung wird der Zahn derart locker, dass er von selbst ausfällt oder dass plötzlich auftretende intensive Schmerzen das Endstadium der Erkrankung anzeigen. Wird jetzt der Zahnarzt aufgesucht, so bleibt ihm meistens nichts anderes übrig, als solch einen Zahn zu entfernen.

Wie kann man Parodontalerkrankungen vermeiden?

Nur wer täglich intensiv Zähne und Zahnfleisch reinigt, kann erwarten, dass er frei von Parodontalerkrankungen bleibt. Die Vorbeugung von Parodontalerkrankungen besteht darin, dass man lernen muss, mit neuen und speziellen Hilfsmitteln seinen Mund, seine Zähne und sein Zahnfleisch zu reinigen. Hierbei helfen Ihnen unsere Zahnpflegetipps.